Blumen zum Frauentag? Warum Unternehmen mehr tun müssen
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- veröffentlicht am
- Susanne Krause
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Zum internationalen Frauentag sieht es in vielen Unternehmen ähnlich aus:
Blumen auf den Schreibtischen, ein Dankeschön-Post im Intranet oder ein gemeinsames Frühstück.
Gut gemeint, aber häufig wird damit nur an der Oberfläche gekratzt.
Denn echte Wertschätzung für Mitarbeiterinnen entsteht nicht an einem einzigen Tag, sondern im Arbeitsalltag.
Für HR-Verantwortliche stellt sich deshalb eine wichtige Frage:
Wie kann Anerkennung für Frauen im Unternehmen aussehen, ohne auf eine symbolische „Frauentagswelle“ aufzuspringen?
Warum Geschlechtervielfalt Unternehmen nachweislich erfolgreicher macht
Das Thema Gleichstellung ist längst nicht nur eine gesellschaftliche Debatte, es hat auch messbare wirtschaftliche Auswirkungen:
Eine Analyse von McKinsey („Diversity Wins“) zeigt, dass Unternehmen mit hoher Geschlechterdiversität im Management eine 25 % höhere Wahrscheinlichkeit haben, überdurchschnittlich profitabel zu sein.
Auch das Credit Suisse Research Institute kommt zu einem ähnlichen Ergebnis:
Organisationen mit mehr Frauen in Führungspositionen weisen langfristig stabilere Unternehmensleistungen und geringere Kursschwankungen auf.
Für HR bedeutet das:
Diversität ist kein Symbolthema, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor.
Drei Wege, wie Unternehmen Frauen wirklich wertschätzen können
- Unsichtbare Arbeit sichtbar machen
Viele Frauen übernehmen im Arbeitsalltag Aufgaben, die für Teams wichtig sind, aber selten Karrierevorteile bringen.
Dazu zählen beispielsweise:
- Organisation im Team
- Koordination von Projekten
- emotionale Unterstützung oder Konfliktmoderation
Die Harvard Business Review beschreibt diese Tätigkeiten als sogenannte „non-promotable tasks“, Aufgaben, die selten zu Beförderungen führen, obwohl sie für Teams unverzichtbar sind.
Genau hier kann HR ansetzen: Diese Aufgaben bewusst ansprechen, anerkennen und fair im Team verteilen.
Herausforderungen ernst nehmen, besonders bei Care-Arbeit
Viele Mitarbeiterinnen tragen neben dem Beruf weiterhin einen größeren Anteil an unbezahlter Care-Arbeit.
Laut Statistischem Bundesamt leisten Frauen in Deutschland im Schnitt 43,4 % mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer.
Für Unternehmen bedeutet das:
- flexible Arbeitsmodelle
- echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- Führungskräfte mit Verständnis für Lebensrealitäten
- keine Kommentare „du gehst jetzt schon?“ oder „ich hätte jetzt auch gern schon Feierabend“
Diese Faktoren wirken sich direkt auf Mitarbeiterbindung und Zufriedenheit aus.
- Entwicklung und Karriere aktiv fördern
Karrierewege entstehen selten zufällig.
Unternehmen können Frauen gezielt unterstützen durch:
- Mentoringprogramme und aktive Austauschformate
- transparente Beförderungsprozesse
- strukturiertes Talentmanagement
Der LinkedIn Workplace Learning Report zeigt, dass Organisationen mit klaren Entwicklungsprogrammen eine deutlich höhere Mitarbeiterbindung und interne Mobilität erreichen.
Gerade für HR bietet sich hier eine große Chance, Talent nachhaltig zu fördern.
Fazit
Der Frauentag ist ein guter Anlass für echte Reflexion.
Der internationale Frauentag muss nicht verschwinden.
Aber er kann mehr sein als ein symbolischer Moment im Kalender.
Für HR-Abteilungen kann er ein guter Anlass sein, sich ehrlich zu fragen:
- Wo stehen wir bei Diversität wirklich?
- Welche strukturellen Hürden bestehen noch?
- Und wie können wir unsere Mitarbeiterinnen langfristig stärken?
Denn echte Wertschätzung zeigt sich nicht in Blumen, sondern in Strukturen, Chancen und Sichtbarkeit.
Oder anders gesagt:
„Ich sehe dich nicht nur heute, sondern jeden Tag.“
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